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Balou

02.01.2015

Heinz Schüttler, April 2013

In der Zeichentrickverfilmung des Dschungelbuches singt der Bär Balou in seinem Lied von den „simple bare necessities“ (hier auf deutsch), was wir mit den einfachen Notwendigkeiten eines Bärenlebens wiedergeben würden. Dies ist die Stelle an der Vielen spontan eine Identifikation mit Balou gelingt. 
Wer hat es gerne kompliziert? Und wer wünscht sich nicht eine schnelle einfache Lösung für seine Probleme, um Spannung rasch abzubauen und Bedürfnisse möglichst zeitnah zu erfüllen?
Da stellt sich die Frage, woher diese Ideen und Lösungen so schnell kommen sollen?
Spätestens hier betreten wir den Markt der Ratgeber.
Inzwischen boomt dieser Markt in Deutschland.
Selbst halte ich gerne auch mal Ausschau nach Ratgebern und finde den einen oder anderen davon auch sehr interessant. Vor ein paar Tagen fiel meine Aufmerksamkeit auf das Exemplar eines renommierten Autors, der eine Vereinfachung des Zeitmanagements und mehr Zeit ankündigte. Das deutlich zu lesende Angebot bestand darin, es sich einfacher zu machen. Zeit ist heute ein wertvolles Gut.
Auf den zweiten Blick fiel mir dann die Seitenzahl auf. Spontan stellte sich mir die Frage wie mehr als 300 Seiten und Einfachheit zusammenpassen?
Und wie steht es dann damit, sein eigener Ratgeber zu sein, die Abhängigkeit von den Musterlösungen anderer zu reduzieren?
Viele unserer Verhaltensweisen, auch gerade im Umgang mit Zeit, sind aus unserer Lerngeschichte her verständlich. Sie sind der vorläufige Höhepunkt einer Entwicklung. Diese Entwicklung hat für jeden von uns ganz individuell unter besonderen ganz eigenen Umständen und Zusammenhängen stattgefunden. Es hat jeden von uns auf eigene Art und Weise geprägt. Es liegt in der Natur der Ratgeber, dass sie eine große Anzahl von Menschen erreichen wollen. Ihnen bleibt dabei oft nur die Möglichkeit, Zusammenhänge oder Dinge grob vereinfachend darzustellen, um möglichst alle Beteiligten anzusprechen und zu erfassen. Berthold Brecht hat dies in seinen Geschichten vom Herrn Keuner auf den Punkt gebracht. Auf die Frage ob er das Bild dem Menschen anpasst, antwortet Herr Keuner, dass er den Mensch eher dem Bild anpasst. So liegt es in der Natur der Dinge, dass sich der einzelne eher den Vorgaben und der Systematik des Ratgebers anpasst. Wenn mehr desselben nicht hilft, ist es dann vielleicht an der Zeit, etwas anderes auszuprobieren?
Können Sie vielleicht erfolgreicher sein, wenn sie die eigenen Ideen umsetzen, anstatt die Lösungen anderer mit sich herum zu schleppen?
Dagegen ist es erforderlich, bei einzelnen Personen Grundmotive aus ihrer eigenen Lebensgeschichte herauszuarbeiten. Dies liefert ein kleines überschaubares Repertoire mit hohem Identifikationswert. Hier kann eine Quintessenz aus Erziehung und Lebensgeschichtliche für den einzelnen deutlich werden – um es mit Herrn Keuner zu sagen, mache ich das Bild dem Menschen ähnlich. Zusätzlich bietet dies die Möglichkeit persönliche Entwicklungswünsche stärker in den Blick zu nehmen.
Daraus lassen sich ganz eigene, individuell angepasste Handlungskompetenzen entwickeln, die den persönlichen Wünschen an die Zukunft besser Rechnung tragen können.
Dies ist der Ansatz der Academia Aurata.
In den Kursen findet der einzelne in seiner Individualität Akzeptanz und Wertschätzung. Im Miteinander und im Spiegel der anderen vertiefen sich diese Eindrücke, und die ersten neuen Schritte lassen sich mit dieser Unterstützung vielleicht leichter ausprobieren und umsetzen.

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