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Mach auf! Es klopft an der Tür. Wer ist es?

23.08.2015 von Egbert Schranz

Täglich hören wir von den sogenannten Flüchtlingsströmen. Wir hören von Aufnahmelagern, von Schlagstöcken und Blendgranaten gegen Flüchtlinge, von Zügen nach Europa, von 800.000 vermutlichen neuen Asylanten in Deutschland nur in diesem Jahr…!

Alles keine Neuigkeiten, höchstens die Dimension, wie wir es momentan wahrnehmen. Letzlich aber Fragen über Fragen – bekannt seit Jahrzehnten.

Doch niemand ahnte jemals, welches gewaltige Ausmaß dieses Nichtlösen und Regeln der vorhandenen Fragen in der Vergangenheit für uns heute und unsere Zukunft hat.

Aber schauen wir doch mal genau hin. Der sogenannte Flüchtling. Wer ist das eigentlich?

Es ist ein Mensch. In einer verzweifelten Situation. Kaum vorstellbar! Was würden wir denn machen, wenn wir in dieser seiner Situation wären?

Ich habe einen Sohn von 8 Jahren. Was will ich? …nur sein Bestes! Diesen Spruch kennen wir. Tagtäglich wollen wir das Beste für unsere Kinder – und wenn es uns gut geht, geht es auch unseren Kindern gut. Nicht umsonst heißt es schon in der Tora des Alten Testaments, aufgeschrieben im 3. Buch Moses: „Du sollst deinen nächsten Lieben wie dich selbst.“

Dieser Satz gewann im Christentum eine große Bedeutung und wurde schlichtweg der Grundpfeiler in unserer Religion, auf die wir unser Leben, unsere Kultur so gern berufen. 

Schon Jesus lebte uns vor, was es heißt, sich um die Armen und Schwachen, Kranken und Ausgestoßenen zu kümmern, aufgeschrieben in den Geschichten der vier Evangelisten. Wir sehen aber auch, wie beschwerlich dieser Weg ist. Deutlich wird, dass wir Opfer bringen müssen – im Falle von Jesus sogar das eigene Leben opfern.

Das erwartet (noch) niemand von uns. Empathie ist jetzt gefragt, hinschauen statt wegschauen.

Denn diese Menschen, die zu uns strömen, machen genau das, was wir an ihrer Stelle auch tun würden. Das eigene Leben retten, um dadurch die Kinder zu retten. Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!

Es sind Menschen wie du und ich, die da zu uns kommen. Allerdings oftmals traumatisiert von dem Erlebten! Von Erlebten, das die meisten von uns sich nicht einmal im Traum vorstellen können. Wir können helfen.

Es sind Väter und Mütter mit Kindern, für die sie sorgen wollen. Arbeiten wollen, Geld verdienen wollen.

Schaut nicht nach den wenigen schwarzen Schafen! Die haben wir auch – nicht mehr, aber auch nicht weniger!

Sieh den Reichtum, der aus dem Elend heraus in unser Land kommt. Viele Ressourcen werden mitgebracht. Und diese Menschen suchen nach der Möglichkeit, sich und sie einzubringen.

Mach auf! Es klopft an der Tür. Lasst sie rein!

Egbert Schranz, 23.8.2015

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