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Zukunft: Quo vadis – Arbeitswelt?

21.05.2017 von Michael Gräf

Es wird oft vorgetragen, dass bei Wegfall des einen Arbeitsplatzes an anderer Stelle neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Wird z.B. ein Arbeitsplatz durch einen Roboter ersetzt, so wird ein Arbeitsplatz für einen Roboterentwickler geschaffen.

Bereits hiergegen erhebe ich erste Einwände.

* Durch die Einführung des Fließbandes konnte Henry Ford die Produktivität um das Achtfache steigern. Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass 88% der Arbeitnehmer in der Autoproduktion überflüssig wurden. Ich wage zu bezweifeln, dass diese 88% für die Entwicklung und Wartung des Fließbandes eingesetzt wurden. Dies ergäbe wirtschaftlich gar keinen Sinn, da keine Kostenersparnis durch Personalabbau erreicht worden wäre.

* Sinn und Zweck des Maschineneinsatzes ist gerade die Kostenersparnis der menschlichen Arbeitskraft.

Es gibt leider Menschen, die aufgrund Erkrankungen oder erblicher Belastung nicht klüger werden können.

Wenn jedoch das Arbeitsleben immer höhere Qualifizierungen erfordert, „einfache“ Arbeiten durch Maschinen verrichtet werden, verhilft dem benachteiligten Menschen kein noch so gut gemeinter Schulabschluss. Er wird in der Arbeitswelt von Morgen nicht mehr benötigt.

Inklusion heißt daher m.E. nicht, bevorteilte Schüler in ihrem Lerneifer auszubremsen, sondern den Benachteiligten die Möglichkeit zu geben, sich mit Sinn erfüllender Arbeit in die Gesellschaft eingliedern zu können.

Dies scheint mir nach dem jetzigen Stand nicht gewährleistet.

Ich denke es widerspricht jeglichem Inklusionsgedanken, dass die von Natur aus Benachteiligten, sich den Schikanen des ALG II unterziehen müssen.

Aber nicht nur dies ist ein Problem. Durch die Bachelor und Master Studiengänge findet eine punktgenaue Qualifizierung statt. Doch selbst diese Qualifizierung kann eher ein Hemmschuh als eine Arbeitsplatzgarantie sein.

Ich denke an einen Menschen mit einem Masterabschluss im Bereich „Automotive“. Über meinem Büro unterhielt eine Firma ihre Geschäftsräume, sie plant Fabrikationsstraßen für den Automobilbau, entwickelt auch eigene Kfz Module und hat ein Fahrzeug komplett geplant bis zur Fertigstellung der Fabrikationsstraße und somit alles für die Fertigung vorbereitet.

Diese Firma war stets auf der Suche nach Mitarbeitern. Ich habe daher diesen Menschen zu dieser Firma geschickt.

Wie ich – bei einer der üblichen Zigarettenpausen außerhalb des Gebäudes – von dem Chef erfuhr, passte der Mensch nicht in das Anforderungsprofil, da die Firma einen Spezialisten für Radaufhängungen suchte. Mein Bekannter jedoch hatte seinen Master im Bereich der Federungstechnik gemacht. Ein weiterer Kandidat schied aus, da er sich auf Aerodynamik und nicht auf Karosserieversteifung spezialisiert hatte.

 

Ergo: Weder eine Spezialisierung, noch eine gute (Aus-)Bildung sind eine Jobgarantie.

 

Natürlich kann man einwenden, dass man stets weiter lernen muss – Haus des lebenslangen Lernens. Puhhh, da muss ich tief durchatmen.

* 8 Std. Arbeit, 1 Std. gesetzliche Pausen, 1,5 Std. An- und Abfahrt, 1 Std. Frühstück und Abendbrot, 1 Std. für Körperhygiene (Duschen, Rasieren/Schminken, etc.) und 8 Std. Schlaf ergeben 20,5 Std. in den verbleibenden 3,5 Std. des Tages soll ich dann

* mich körperlich fit halten, damit der AG einen gesunden Mitarbeiter hat, der nur selten ausfällt,

* Vorsorgetermine bei Ärzten aus den gleichen Gründen wahrnehmen

* und natürlich kontinuierliche Fortbildung betreiben.

Tja, da gibt es allerdings ein Problem

* um der Spezialisierung gerecht werden können genügt es wohl nicht, einen VHS Kurs zu besuchen. Die geforderte Spezialisierung erfordert erheblichen Zeitaufwand (zweites Studium)

* solche Kurse sind sicherlich auch nicht für € 99,-- buchbar. Angesichts der nicht immer üppigen Gehälter wird es auch schwierig sein, Seminare zu besuchen, die u.U. mehrere tausend Euro kosten.

 

Auf die Unterstützung der Agenturen sollte man da nicht unbedingt hoffen.

Lieber vermittelt man einen der oben genannten Spezialisten mit Eingliederungshilfen für den Arbeitgeber als Security-Fachkaft an den Airport Frankfurt

Und wenn ich endlich nach mehreren Monaten die gesuchte Spezialisierung erlangt habe, ist die auf dem Arbeitsmarkt nicht mehr gesucht.

 

Ach ja, ich vergaß – hat ein Mensch auch das Recht auf Freizeit, freie Selbstentfaltung oder ist die „Würde des Menschen“ nur auf dem Papier unantastbar?

 

Soll verhindert werden, dass man Zeit findet, über das System nachzudenken oder mit Freunden zu diskutieren. Ja man stelle sich das Schreckensbild vor, ein jeder Bürger würde seine Freizeit dafür aufbringen, sich politisch zu engagieren – ja wo kämen wir da hin?

Ist die freie Zeit deshalb so knapp bemessen, damit ich meinem Informationsinteresse (Nachrichten, etc.), für die ich ja gesetzlich verpflichtet bin, GEZ-Gebühren zu zahlen, nicht mehr nachgehen kann. Kalkofe würde sicherlich mutmaßen, dass dies tatsächlich nur gewollt ist, um dem Fernsehnutzer das peinliche und grottenschlechte Programm zu ersparen. (Wenn ich bei dem Thema weitermachen wollte, käme ich aus dem Schreiben nicht mehr raus)

 

Also quo vadis?

Es kommt mir alles irgendwie seltsam bekannt vor.

Misstrauen, Angst oder Unverständnis, irgendetwas treibt mich um.

 

Wo stehen wir jetzt?

Wenn Frauen ihren demographischen „Pflichten“ genügt haben, haben sie sich wieder in den Wirtschaftskreislauf einzugliedern.

Endlich dürfen sich die Frauen (im Interesse der Emanzipation) als Regalverräumerinnen und Kassendamen bei Discountern selbst verwirklichen.

Über die Qualität der für Frauen auf dem Arbeitsmarkt zu Verfügung stehenden Jobs – insbesondere als Mutter- wäre ein extra Paper zu verfassen.

 

Ganztagskinderkrippen, Ganztagskindergärten und die Eltern sind nur noch dafür da, die Kinder zu waschen, ihnen das Abendbrot (und am nächsten Morgen das Frühstück) zu machen und die Kinder ins Bett zu bringen.

Nach dem Ganztagskindergarten geht es in die Ganztagsvorschule und dann in die Ganztagsschule. Die Eltern bleiben bei der Erziehung ihrer eigenen Kinder außen vor, diese wird ausschließlich durch den Staat übernommen.

Bachelor und Master Studium mit einem Stundenplan, wie er nicht einmal in der Schule gewährleistet wäre.

 

Heißt es nicht; „seid wachsam, dass sich die Vergangenheit nicht wiederholt?“

 

Im Dritten Reich gab es die Hitlerjugend, die der elterlichen Fürsorge entzogen und im Sinne des Staatssystems erzogen wurde (Human resources für den Krieg). Die DDR war ein eifriger Lehrling und beförderte die Kinder in die FDJ, um sie im Sinne des Staates als wohlgefällige Systemunterstützer zu erziehen (zum Glück gibt es die nervende Pubertät, in der sich Kinder entschließen, sie selbst zu sein).

Gut (besser schlecht), unter Hitler und in der DDR gab es mehr oder weniger eine „Pflicht“ diesen Jugendorganisationen anzugehören.

Wir haben demagogisch dazugelernt.

Heute gibt es keine Pflicht mehr, dass Kinder den ganzen Tag staatlich erzogen werden müssen.

Wird uns nicht verkauft, dass all dies ein ungeheurer Fortschritt unserer Zivilisation ist? Wie funktioniert Werbung? Ach ja, dem „Käufer wird ein Vorteil eingeredet“.

Die „Beschlagnahme“ der Kinder wird als Sonderservice der Politik verkauft. Das ist dreist.

Als Vater von zwei Kindern wird mir angst und bange. Sind Kinder nur noch ein ökonomischer Faktor?

* Nach DIN-Norm erzogen, um leichter zu handhaben?

* Diener zur Sicherung der Rentensysteme?

* Menschliche, robotergleich funktionierende Gewinnbringungsfaktoren?

Kinder werden heute als Wirtschaftsfaktoren verstaatlicht. Weder der Kommunismus, noch Hitler hätten es besser machen können.

 

Ich erinnere mich noch gerne an Schneewanderungen, anhand deren ich den Kindern nach einer Schneenacht erklären konnte, von wo nach wo der Hase gelaufen ist (Tiefe der Spuren), oder wie wir frische Äpfel aus Obstwiesen „geklaut haben“.

Wo bleibt heute die Möglichkeit der Eltern, mit ihren Kindern etwas zu unternehmen?

Wo bleibt den Kindern die Möglichkeit, zu sich selbst zu finden?

 

Sollte sich ein Elternteil der durchschnittlichen Bevölkerung der Verpflichtung zur Duldung der staatlichen Erziehung entziehen, droht ihm ALG II – also eine noch bedrohlichere Kontrolle, die zusätzliches Konfliktpotential in die Familien trägt (wenn ihr schon nicht bereit seid, eure Kinder freiwillig abzugeben, so hetzen wir eure Kinder so lange gegen euch auf [warum darf mein Freund ins Kino und ich nicht?], bis …)

Warum bleibt das Recht auf Kindererziehung lediglich denen vorbehalten, die es sich leisten können, dass nur ein Ehepartner arbeitet?

 

Wie soll sich die Arbeitsmarktsituation in Zukunft darstellen?

Einige „Glückliche“, die einen Job haben?

Eine Unmenge von Arbeitsvermittlern und pAp‘s samt Bildungsträgern, die sämtlich von Steuergeldern bezahlt werden, um andere zu kontrollieren?

Wäre es dann nicht sinnvoller, die Steuergelder, die ja auch der Arbeitslose erbringt, gleichmäßig zu verteilen.

Ein bedingungsloses Grundeinkommen ist – zur Wahrung des inneren Friedens – unverzichtbar.

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